Praxisnah und erfolgreich

Mitteilungsblatt Dezember 2009

Die Berufsbildung hat sich in den letzten Monaten zu einem Lieblingsthema der Medien entwickelt.

Praxisnah und erfolgreich   

Die Berufsbildung hat sich in den letzten Monaten zu einem Lieblingsthema der Medien entwickelt. Im regen öffentlichen Interesse kommt zunächst die grosse und berechtigte Sorge zum Ausdruck, dass eine Wirtschaft in Schieflage nicht mehr imstande oder nicht mehr bereit sei, junge Leute auszubilden. Wir dürfen indessen feststellen, dass es bei uns bis heute keine Krise der Berufsbildung gibt. Die Lehrstellensituation im Kanton Luzern hat sich trotz Rezession als stabil erwiesen. Mit 4137 abgeschlossenen Lehrverträgen wurde die Rekordmarke vom Vorjahr nur knapp verpasst. Die Zahl der niederschwelligen Arbeitsplätze (Attest und Anlehren) konnte sogar gesteigert werden. Zu dieser erfreulichen Bilanz haben die Luzerner Lehrbetriebe massgeblich beigetragen, und dafür möchte ich allen beteiligten Akteuren danken.

Mediales Aufsehen erregten unlängst aber auch professorale Zweifel an der Zukunftsfähigkeit unseres dualen Bildungssystems. Nach meiner Einschätzung liegen die Vorzüge der Berufsbildung schweizerischer Prägung, mit ihrer engen Verknüpfung von Praxis und Unterricht, auf der Hand. Ich sage damit nicht, unser System sei die einzig richtige Lösung. Aber es ist ein bewährtes, praxisnahes und erfolgreiches Modell mit hoher Durchlässigkeit. Ganz von ungefähr kommt es nicht, dass junge Schweizer Berufsleute an den Berufsweltmeisterschaften, wie jüngst in Calgary, immer wieder weit überdurchschnittlich gut abschneiden. Es reicht aber nicht, dass das System für uns stimmt – die Abschlüsse unserer Berufsbildung benötigen auch die offizielle Anerkennung im Ausland. Es ist deshalb wichtig, dass die Schweiz, zusammen etwa mit Deutschland, auf dem internationalen Parkett für das Berufslehrmodell einsteht und dessen Stärken darlegt und propagiert.

Nur eines dürfen wir nicht: auf den Lorbeeren ausruhen. Die zum Teil rasanten Entwicklungen der globalen Wirtschaft stellen hohe Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit unserer Lehrbetriebe und Berufsfachschulen. Aber auch gesellschaftliche Veränderungen fordern ihren Tribut. Der Übergang von der obligatorischen Schulzeit ins Berufsleben macht vielen Jugendlichen Mühe. Mit dem Projekt Nahstelle I geht der Kanton Luzern neue Wege, um den Anteil der Jugendlichen, die einen Abschluss auf der Sekundarstufe II schaffen, von heute rund 90 auf mindestens 95 Prozent zu steigern. Mehr über dieses viel versprechende Vorhaben sowie über die neue Ausrichtung der Brückenangebote und den Berufswahlprozess erfahren Sie auf den folgenden Seiten dieser Ausgabe unseres Mitteilungsblatts.

Schon bald stehen wir an der Schwelle zum neuen Jahr. Es liegt mir daran, Ihnen allen für Ihre wertvolle Arbeit in unseren Schulen, Dienststellen und Behörden herzlich zu danken. Bei meinen Besuchen, Begegnungen und Gesprächen spüre ich durchwegs engagiertes Mitdenken und Mittragen. Die gegenseitige Unterstützung stärkt uns im gemeinsamen Bemühen, unsern Bildungsauftrag so gut als nur möglich zu erfüllen. Ich wünsche Ihnen eine froh machende Advents- und Weihnachtszeit und alles Gute im Neuen Jahr.

Dr. Anton Schwingruber

Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements

Publiziert im Mitteilungsblatt Nr. 5 / 2009 des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern.