Bildung trotz Spardruck

Editorial im Mitteilungsblatt des Bildungs- und Kulturdepartements / April 2004

Bildung trotz Spardruck

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Richtig – ich spreche vom Bildungswesen und von der Notwendigkeit, auch bei der Bildung zu sparen. Unser Kanton steht mitten in einer grossen Sparübung. Das Sparpaket 2005, das die Regierung dem Parlament vorlegt, lässt das Bildungs- und Kulturdepartement, wie Sie wissen, nicht ungeschoren. Im Gegenteil: Wir müssen bereits zu einer zweiten, nunmehr verwaltungsinternen Runde ansetzen, da die Einsparungen, die das Paket der Regierung enthält, nach dem jüngsten Stand der Finanzperspektiven nicht genügen, um den Ausgleich im Staatsvoranschlag 2005 zu erzielen. Diese zweite Runde wird für unser Departement und unsere Schulen weitere Abstriche im Umfang von insgesamt rund 10 Millionen Franken zur Folge haben. Doch selbst nach diesen Sparmassnahmen werden die Ausgaben unseres Departements im Budget 2005 jene des laufenden Jahres leicht übertreffen. Über Einzelheiten informieren die folgenden Beiträge dieser Ausgabe.

Sparsamkeit ist eine Tugend, doch verordnete Sparmassnahmen machen wahrlich keine Freude. Sie erschweren die Arbeit oder stellen diese in einzelnen Fällen sogar in Frage. Zudem werden wir alle im nächsten Jahr auf Teuerungsausgleich und Lohnanstieg verzichten müssen. Zudem ist nicht auszuschliessen, dass es zu vereinzelten Kündigungen kommen kann. Ich versichere ihnen jedoch, dass wir Entlassungen mit Hilfe einer umsichtigen Stellenbewirtschaftung so weit als nur möglich zu vermeiden suchen.

Trotz allem bin ich überzeugt, dass diese Sparübung richtig ist, weil wir den künftigen Generationen nicht Schuldenberge hinterlassen dürfen. Gewiss, Bildung ist eine lebenswichtige Investition in die Zukunft und deshalb ein speziell ungeeignetes Feld für den Rasenmäher. Liegen uns aber Gesundheit, Sicherheit oder eine intakte Umwelt nicht ebenso nahe am Herzen? Mit bald einer halben Milliarde Franken fliesst nahezu die Hälfte der Nettoausgaben unseres Kantons (ohne Gemeinden) in die Bildung. Da leuchtet es ein, dass unser Departement bei diesen jüngsten Sparrunden nicht einfach ausgeklammert werden kann. Und am „richtigen“ Ort sparen – das gibt es ohnehin nicht.

„Die Entwicklung geht weiter“, schrieb ich vor vier Monaten an dieser Stelle. Dazu stehe ich. Trotz schmerzhaften Abstrichen werden wir auch in den kommenden Jahren viel Substanz, personelle und materielle, in das Bildungswesen investieren. Wir bremsen das Wachstum, aber wir selber stehen nicht still, und die Schule findet trotzdem statt. Wenn die Mittel knapper werden, sind Fantasie und Kreativität besonders gefordert. Ich rufe deshalb Sie alle auf, jetzt den Kopf nicht hängen zu lassen, sondern vorwärts zu blicken. Je besser wir unsern Bildungs- und Kulturauftrag selbst unter erschwerten Bedingungen erfüllen, desto eher können wir Volk und Parlament für unsere Aufgaben und deren Finanzierung gewinnen.

Dr. Anton Schwingruber, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern