Hinter den Namen stehen Menschen

75 Jahre Zentralschweizerische Gesellschaft für Familienforschung

Hinter den Namen stehen Menschen

Geleitwort zur Erinnerungsschrift

Familienforschung hat etwas Faszinierendes an sich. Ich habe das erfahren, als ich selber meinen Wurzeln nachspürte und dabei nicht nur bis ins luzernische Staatsarchiv, sondern bis in die genealogischen Fundgruben der Mormonen von Salt Lake City vorstiess.

Auf den ersten Blick gibt sich dieser Forschungszweig allerdings eher spröd. Ahnentafeln und Stammbäume sind, von aussen betrachtet, nur dürre Datengerippe. Hinter ihnen steckt zuerst einmal immense Kleinarbeit, die leidenschaftliche Sammler während Jahren und Jahrzehnten leisten. Wie bei einem Riesenpuzzle setzen sie Teilchen um Teilchen an den richtigen Platz, bis sich die tausend Elemente zu einem Ganzen fügen. Die Spannung wächst mit dem Fortschritt der Arbeit und lässt einen plötzlich nicht mehr los.

Hinter den Datengerippen stecken aber nicht nur Arbeit, Zeit und Sammlerleidenschaft, sondern auch Lebensläufe, Schicksale, Glücksfälle, Familiengeheimnisse und menschliche Katastrophen. Dies ist sozusagen das Innenleben der Familienforschung. Da brodelt es vor Vitalität, und mitunter treten Lebensgeschichten ans Tageslicht, die uns bewegen und berühren.

Ähnlich erging es mir bei der Durchsicht dieser Jubiläumsschrift, die aus einer aufwendigen Spurensuche entstanden ist. Zuerst sind es bloss feinsäuberlich aufgereihte Namen und Jahreszahlen, doch zusammen ergeben sie ein Gerüst, das 75 Jahre Familienforschung in der Zentralschweiz darstellt. Und hinter den vielen Namen stehen Menschen, Erinnerungen, Ereignisse, Erlebnisse.

Ich gratuliere der Zentralschweizerischen Gesellschaft für Familienforschung zu ihrem 75jährigen Bestehen und zur vorliegenden Erinnerungsschrift, und ich wünsche der ZGF weiterhin die gemeinsame Freude am Forschen auf dem weiten Feld der Familie, die für manche Zeitgenossen ein Fremdwort geworden ist. Doch auch der heutige Mensch steht in einer Reihe, und auch künftige Generationen werden nach Wurzeln und Herkunft suchen.

Dr. Anton Schwingruber, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern